NAMM Show – Alle Jahre wieder, gibt es neue Instrumente auf der kalifornischen Musikmesse!

NAMM Show – Alle Jahre wieder, gibt es neue Instrumente auf der kalifornischen Musikmesse!

„Alle Jahre wieder“? Geschenke gibt es doch nur zu Weihnachten und nicht auf einer Musikmesse, oder?

Nein, denn jedes Jahr im Januar werden in Kalifornien die neusten Erfindungen der Musikindustrie präsentiert. Und das ist für die meisten Musikfanatiker schon Geschenk genug!

Dabei scheint der Termin für die Messe bewusst von den Veranstaltern gewählt worden zu sein. Sowohl Händler, Musiker als auch Fanatiker und Begeisterte können sich zu Beginn des neuen Jahres ihre Wunschinstrumente aussuchen.

Mittlerweile ist die Messe für Musikinstrumente zu einem sozialen Event geworden. So treffen sich Vertreter der Musikindustrie, Händler und Stars der Musikbranche, um die neusten Instrumente in Augenschein zu nehmen. Hier und da bieten sich mittlerweile die Möglichkeiten mit den Rock- und Popstars als Normalsterblicher in Kontakt zu kommen.

Das Wort NAMM ist übrigens ein Akronym und bedeutet so viel wie National Association of Music Merchants. Allerdings stimmt die Bezeichnung heute nicht mehr wirklich, da neben Musikhändlern in der Zwischenzeit auch Hersteller und Affiliates (Zwischenhändler bzw. Marketing-Unternehmen) auf der Messe zugegen sind.

Wer etwas auf sich hält, sollte entweder selbst nach Kalifornien fliegen oder die Möglichkeit nutzen, die News über das Internet zu verfolgen.

Was macht die NAMM Show aus?

Interessanterweise zählt die 1901 gegründete Ausstellung zu einer der ältesten Musikausstellungen dieser Größenordnung. Aktuell ist sie in jedem Falle die größte Musikmesse der Welt. Lediglich die Musikmesse in Frankfurt am Main ist ähnlich groß.

Nach den Angaben des Veranstalters waren im Jahre 2008 etwa 1.560 Aussteller und 88.100 Besucher auf der Messe. Dies war ein Weltrekord und ist bis heute ungebrochen. Somit haben die Amerikaner mal wieder ihren Spruch „Bigger is better“ wahr gemacht. Und das noch in anderer Hinsicht: Das Anaheim Convention Center, in welchem die Messe stattfindet, ist eines der größten Messezentren der Welt. Die NAMM nimmt aktuell den kompletten Raum des Messegeländes ein.

Im Gegensatz zur deutschen Musikmesse in Frankfurt a.M. kann man nicht als Besucher an der Messe teilnehmen. Es ist nur für Fachpublikum und geladene Gäste möglich, der Ausstellung beizuwohnen.

Wahrscheinlich wäre es für einen normalen Besucher kaum möglich den Überblick bei all dem Trubel zu behalten. Auf der Messe werden nämlich tausende von Produkten aus- und vorgestellt. Dementsprechend groß ist die Medienpräsenz auf der Messe. Einige Medien erstellen sogar nur für die Messe Unterlagen, die sich dann vor Ort erwerben lassen.

Ein weiterer interessanter Fakt über die Messe ist, dass es strenge Auflagen in Bezug auf den Geräuschpegel gibt. Somit kann man vermuten, dass es einigermaßen erträgliche Laustärkepegel gibt. Allerdings sind allein durch die Geräusche im Hintergrund (bzw. grundlegende Lautstärkepegel) die gemessenen Lautstärken weit über 85dB. Da wird es schnell schwierig in dem Gemisch aus Klängen, Tönen und Geräuschen einen klaren Kopf zu behalten. Hier macht es sich gut, wenn man Rückzugsorte auf der Messe kennt, um nicht nach den ersten Stunden „ausgepowert“ zu sein.

Neben der im Januar stattfindenden Messe gibt es auch noch eine weitere NAMM Show im Sommer, welche in Austin, Texas, stattfindet. Diese Veranstaltung ist wesentlich kleiner und hat ihren Schwerpunkt eher im Networking der Branche.

Das deutsche Format der NAMM Show – Musikmesse Frankfurt a.M.

Nicht nur in Kalifornien kann man im jährlichen Turnus neue Instrumente bestaunen. In Deutschland gibt es seit 1980 ein ähnliches Format, welches schnell weltweit populär wurde. Die Musikmesse auf dem Frankfurter Messegelände ist genau wie die NAMM in Anaheim, Kalifornien, eine Messe der Superlative. Alleine im Jahr 2012 wurden 68.587 Besucher und 1.512 Aussteller aus 51 Ländern gezählt.

Ein Blick auf die Agora Stage auf der Musikmesse in Frankfurt a.M.
Ein Blick auf die Agora Stage auf der Musikmesse in Frankfurt a.M.

Im Gegensatz zur NAMM kann man der Musikmesse in Frankfurt a.M. auch als Besucher beiwohnen, d.h. nicht nur als Händler, Hersteller oder geladener Gast. Die Messe wird jedes Jahr mit Spannung von vielen europäischen Besuchern erwartet. Dann können die Neuheiten, die auf der NAMM vorgestellt wurden, das erste Mal selber getestet werden.

Außerdem übernimmt die Musikmesse in Frankfurt a.M. noch eine weitere Funktion. Sie bietet verschiedenen Preisverleihungen und Ehrungen einen Raum. Zudem können sich auch junge Künstler auf der Messe vorstellen. Unter anderem werden folgende Preise verliehen:

  • PRG LEA – Live Entertainment Award
  • Frankfurter Musikpreis
  • Musikmesse International Press Award (MIPA)
  • Deutscher Pianistenpreis
  • Musikeditionspreis Best Edition
  • PPVMEDIEN Leser-Awards
  • Europäischer SchulmusikPreis 2013
  • SchoolJam
  • www.drums.de Musik Fach-Award
  • Deutscher Musikinstrumentenpreis

Gerade mit der Verleihung des Preises für den Wettbewerb „SchoolJam“ versucht die Messe, jungen aufstrebenden Künstlern die Möglichkeit zu bieten,sich einem breiten Publikum zu präsentieren.

Auch die Stadt Frankfurt weiß um die Relevanz der Musikmesse und möchte den Besuchern aus aller Welt ein noch prägenderes Erlebnis verschaffen. Um dies zu erreichen, wurde 2016 das erste Mal das Musikmesse Festival abgehalten. Dieses fand in verschiedenen Lokalitäten Frankfurts statt, sodass die Messebesucher am Abend noch bei einem Drink jungen Musikern lauschen konnten. Es waren dabei unterschiedlichste Musikrichtungen vertreten wie Jazz, Rock, Pop und Elektro.

Eine weitere Neuerung der Musikmesse im Jahr 2016 war, dass die sonst parallel abgehaltene Prolight+Sound nicht mehr zeitgleich stattfand. Diese Messe für Veranstaltungstechnik wurde schon 1995 gegründet und ab 2001 als Parallelveranstaltung zur Musikmesse abgehalten. Nun gehen die Aussteller der Prolight+Sound wieder eigene Wege und stellen auf anderen Flächen als dem Messegelände folgende Dinge aus:

  • Licht-, Ton- und Bühnentechnik
  • Medientechnik und Systemintegration
  • Produktion und Broadcast
  • Eventausstattung und Dekoration
  • Theatertechnik und –ausstattung

Aktuelle Entwicklungen und Zukunft der NAMM

Aktuell erfreut sich die NAMM Show großer „viraler“ Beliebtheit. Vor allem Musiker nutzen Social Media Plattformen, wie Instagram oder Facebook, um Live-Übertragungen von der Messe zu machen. Auf diese Art und Weise wirkt die Messe für Besucher näher als gedacht. All diejenigen die sich ein erstes Bild oder ein Ohr darüber verschaffen wollen, wie die neusten Musikinstrumente klingen, können dies auf einfachem Wege tuen.

Zudem nutzen in den letzten Jahren mehr gestandene Stars die Messe, um für das Fachpublikum neue „Signature“-Instrumente vorzustellen. Des Weiteren gibt es mehr Rock- und Popstars, die ihre neuesten Alben anpreisen oder im Rahmen der Messe promoten. Ein Künstler, der in den vergangenen Jahren immer neue Instrumente im Zuge seines musikalischen Wandels vorgestellt hat, ist John Mayer. 2012 stellte er seine neue Gitarre von Martin vor – die Martin 00-45SC. Diese Gitarre war streng limitiert und aufgrund der großen Nachfrage wurde eine weitere Serie mit einem kleineren Preis aufgesetzt. Im Jahre 2017 präsentierte er dann einen limitierten Verstärker aus der Zusammenarbeit mit Paul Reed Smith. Ein Jahr zuvor wurde in der Kooperation schon eine seltene Gitarre erschaffen – die Private Stock Super Eagle. Der Verstärker „J-MOD 100“ war dann so etwas wie die Vervollständigung eines Pakets, welches den neuen Sound von John Mayer wiederspiegeln soll.

Welche Neuheiten gab es auf der NAMM 2017?

Nun stellt sich berechtigterweise die Frage, welche neuen Instrumente es denn auf der diesjährigen NAMM Show zu bewundern gab. Um ihnen einen kurzen Überblick über einige der Neuheiten zu geben, haben wir in 4 Kategorien unsere Favoriten ausgewählt.

Gitarren & Bässe

Im Bereich Gitarren & Bässe sind uns dieses Jahr insbesondere 3 Firmen aufgefallen, die wirklich tolle Neuheiten vorgestellt haben. Da auch wir diese drei Marken führen, sind wir gespannt, welche Instrumente wir in den nächsten Wochen zu uns in den Laden holen können.

Ibanez

Das japanische Unternehmen hat bei verschiedenen Produktlinien aufgerüstet. In der Produktlinie SR hat sich dabei am meisten getan, denn der schnittige Sport-Bass feiert 2017 sein 30. Jubiläum!

Die Jubiläumsinstrumente wurden neugestaltet, sodass der Korpus auf der oberen Hälfte ausgehöhlt und mit drei ovalen F-Löchern in der Decke versehen wurde. Auch im günstigeren Segment wurde auf eine neue Kombination von Mahagoni als Korpusmaterial und Jatoba/Bubinga als Halsmaterial gesetzt. Der Hersteller bietet nun die Modelle SR30TH4-NNF (4-Saiter, ca. € 699) und SR30TH5-NNF (5-Saiter, ca. € 749,-) an.

Die Japaner haben allerdings noch einen besonderen Trick in petto und entwickelten in der Bass-Workshop-Serie ebenfalls Semihollow Modelle. Erstmalig erscheinen im Jahr 2017 mit dem SRH500F-NNF (Fretless) und SRH500-DEF (Fretted) zwei fast komplett hohlgefräste SR-Bässe mit Mahagoni-Bodies und Fichten-Decken. Beide Varianten beschränken sich auf einen einzelnen Piezo-Tonabnehmer und liegen bei einem Preis von ca.€ 699,-.

Fender

Der amerikanische Gitarrenhersteller hat im Jahr 2017 eine Limited Edition auf den Markt gebracht. Die Exotic Collection erweitert dabei die aktuellen Produktlinien American Professional, American Elite sowie American Vintage.

So viele Schönheiten von Fender auf einen Haufen - da fällt die Auswahl schwer
So viele Schönheiten von Fender auf einen Haufen – da fällt die Auswahl schwer…

Die Gitarren aus diesen Linie werden in Zukunft zu den normalen Ausstattungen auch mit besonderen Hölzern angeboten. Unter anderem gehören zu diesen Hölzern Mahagoni, Shedua, malaysisches Schwarzholz sowie Kiefer.

Gretsch 

Das dritte Unternehmen im Bunde, was uns begeistert hat, ist Gretsch. Nicht nur, dass das Unternehmen 30 neue Modelle auf den Markt bringt, sondern es werden auch neue Baustoffe verwendet. Zu diesen edlen Materialien zählt auch Gold. Es finden sich insgesamt 14 Hollowbodies (neben einer Duane Eddy Signature aus den Serien Streamliner und Electromatic) in bewährter Optik und Machart, sowie sieben Solidbody-Modelle mit Bigsby-Vibrato (hauptsächlich Vintage Select) im neuen Portfolio des Unternehmens wieder.

Verstärker

Des Weiteren haben wir die Kategorie Verstärker gewählt, da es hier jedes Jahr interessante Entwicklungen gibt. Zudem ist der Verstärker, neben der Gitarre/dem Bass, die wichtigste Komponente für einen guten Sound.

Wie eingangs erläutert hat das Unternehmen PRS dieses Jahr einen Verstärker, der in Zusammenarbeit mit John Mayer entstanden ist, vorgestellt. Wir möchten aber im Folgenden auf zwei weitere, bekannte Marken einen Blick werfen.

Peavey

Der Verstärker-Hersteller hat dieses Jahr eine ganz neue Art des Verstärkers vorgestellt. In Kooperation mit der Band Periphery und ihrem Gitarristen Misha Mansoor wurde ein Heavy-Sound Verstärker entwickelt. Die Kombination aus dem invective .120 Head MSRP sowie .212 Cabinet MSRP von Peavey bietet somit eine weitere interessante Option für alle Heavy-Gitarristen. Das Topteil wird von vier JJ6L6GC-Röhren angetrieben, womit sich ungeahnte Klangmöglichkeiten ergeben. Ebenfalls ist der Verstärker mit einem DI-Ausgang (+Ground Lift) ausgestattet, sodass eine Nutzung im Studio einfacher denn je ist.

Obendrein gibt es noch Spielereien wie MIDI Out und Thru, zwei FX-Loops, Gate, Boost sowie zwei Stromanschlüsse (9 V und 500 mA). Diese sollen dem ambitionierten Gitarristen das Leben erleichtern. Die dazugehörige 2×12-Box (.212 Cabinet MSRP) ist mit zwei unterschiedlichen Speakern bestückt. Diese setzen sich aus einem Celestion Vintage 30 sowie einem Creamback G12H-675 mit jeweils 8 Ohm Impedanz zusammen.

Orange

Das Unternehmen, welches seinen Firmennamen auch in Farbe umgesetzt hat, aktualisiert sein Produktportfolio durch 2 Comboverstärker. Dabei bietet der Verstärker-Hersteller den Rocker 32 an. Dies ist eine tragbarer 2×10” Röhren-Stereo-Combo. Er ist mit einem Effects-Loop ausgestattet, was ihn besonders für Gitarristen mit einem Pedal-Board interessant macht. Wer kein Interesse am Stereobetrieb hat, kann zudem auf Mono-Betrieb für kleinere Räumlichkeiten, umstellen.

Ein Meer aus "orange(n)" Verstärker - die wollen alle ausprobiert werden...
Ein Meer aus „orange(n)“ Verstärker – die wollen alle ausprobiert werden…

Neben dem großen 30 Watt Verstärker gibt es einen kleinen Bruder mit 15 Watt – den Rocker 15. Dieser kleine „Brüllwürfel“ ist ein echter Allrounder. Durch die flexiblen Auswahlmöglichkeiten des Wattbetriebs zwischen 0,5, 1,7 sowie 15 Watt ist er für Zuhause, den Proberaum oder auch die Bühne geeignet. Trotz des 1×10”-Formats ist die Klangqualität typisch Orange – mit anderen Worten – sehr gut.

Effekte

Im Bereich Effekte gibt es jedes Jahr unzählige Neuheiten. Es wird oft schwierig, den Überblick zu behalten, was tatsächlich interessant für das eigene Pedalboard sein könnte. Unserer Meinung nach hat in den vergangenen Jahren allerdings Ibanez mit seinen „Weniger ist Mehr“-Pedalen einen guten Job gemacht. Aus diesem Grund haben wir dieses Jahr die Ibanez Mini Serie genauer unter die Lupe genommen.

Ibanez Mini Serie

Zum einen ist dieses Jahr das 850 Fuzz Mini vorgestellt worden, welches auf der analogen Schaltung des OD850 basiert. Mit diesem Fuzz-Pedal kann man im Kleinformat überall ein bisschen Hendrix-Sound mitnehmen. Mit einem UVP von ca. € 99 ist dieses Pedal eine Empfehlung wert!

Das Big Mini ist ein chromatischer Tuner, welcher wahlweise im Nadel- oder Strobe-Anzeigemodus bedient werden kann. Die Größe des Pedals ist gerade für Musiker die auf dem Pedalboard Platz sparen wollen eine super Ergänzung. Das Pedal stimmt im Bereich zwischen A0 (27.5 Hz) und C8 (4186 Hz), ist somit auch für Bass geeignet. Die Kalibrierung ist zwischen 435 und 445Hz möglich. Folglich bringt dieses Pedal alle Eigenschaften mit, die ein „großes“ Tuning-Pedal von anderen Firmen auch hat und ist mit einem UVP ca. € 59 ein richtig guter Deal.

Schlagzeug

Im Bereich Schlagzeug gab es dieses Jahr außergewöhnlich wenig bahnbrechende Innovationen. Allerdings sorgte ein deutscher Beckenhersteller dieses Jahr für Aufsehen.

Meinl Alloy Cymbals

Das Unternehmen Meinl aus Neustadt an der Aisch hat nämlich seine neue Pure Alloy Cymbals Linie vorgestellt. Der fränkische Hersteller will damit vor allem die Fans von traditionellen, klaren Sounds ansprechen. Diese neue Beckenserie soll an die M Serie mit B20 Rohlingen, welche vor ein paar Jahren vorgestellt wurde, anknüpfen.

Stand des Beckenherstellers Meinl - Ein toller Ausblick
Stand des Beckenherstellers Meinl – Ein toller Ausblick

Die Alloy Becken, die nach wie vor aus deutscher Produktion stammen, könnten aus optischen Gesichtspunkten als leichtgewichtigere und schneller ansprechende Nachfolger ins Rennen gehen.

Aktuell sind noch keine genauen Preise bekannt. Vermutlich werden diese aber erfreulich moderat ausfallen. Eins ist in jedem Fall klar – es wird HiHats, Rides und Crashes aus der neuen Linie geben.

Musikmesse vs. NAMM Show

Es ist naheliegend die beiden Events miteinander vergleichen zu wollen. Zudem wäre es gut zu wissen zu welcher Veranstaltung es sich am meisten lohnt zu gehen!

Aus meiner Erfahrung heraus muss ich allerdings sagen, dass es nur schwer möglich ist die beiden Veranstaltungen zu vergleichen. Die NAMM Show hat einen ganz anderen Rahmen als die Musikmesse. Folglich ist es eher von Nutzen die beiden Veranstaltungen mit ihren Vorzügen zu betrachten.

Die NAMM Show ist vor allem für Händler, Hersteller und Fachbesucher geeignet. Besitzt man die Möglichkeit nach Kalifornien zu reisen, ist es das Gesamterlebnis was die NAMM zu einem unvergesslichen Event macht. Neben den Gründern der bekannten Firmen kann man auch Stars aus unterschiedlichsten Musikstilen treffen. Es ist kaum Versteckspiel möglich, da das allgemeine Klima auf der Messe professionell ist und die Teilnehmer sehr aufgeschlossen sind.

Im Gegensatz dazu ist die Musikmesse in Frankfurt a.M. ein Event, welches nach den Fachbesuchertagen eher zu einem Treffplatz für die gesamte europäische Musikszene wird. Auf der Messe sind von blutigen Anfängern, über Semi-Profis, Berufsmusikern bis hin zu Stars alle Arten von Musikern vertreten. Wer aus Deutschland kommt und sich einen groben Überblick über die Neuheiten der Hersteller von Musikinstrumenten verschaffen will, ist hier richtig. Allerdings ist ein ausgiebiges Austesten der Neuheiten schwer möglich – zumindest als „Normalsterblicher“.

Vorzüge der NAMM: Vor ein paar Jahren hatten wir die Ehre mit Lemmy Kilmister höchstpersönlich ins Gespräch zu kommen.
Vorzüge der NAMM: Vor ein paar Jahren hatten wir die Ehre mit Lemmy Kilmister höchstpersönlich ins Gespräch zu kommen.

Durch den hohen Geräuschpegel und den großen Andrang von Besuchern kann man sich nur kurz auf ein Instrument einlassen. Meistens kommt dann gleich „der Nächste“, der auch mal testen will. Allerdings ist die Stimmung – vor allem durch die Agora Stage und die Events, die auf der Musikmesse stattfinden, unvergesslich.

Aus meiner Sicht war es immer spannend auf beide Messen gehen zu können. Man kann selbst erleben wie die unterschiedlichen Neuheiten auf dem amerikanischen bzw. europäischen Markt ankommen. Gerade als Musikhändler war es oft möglich zu antizipieren, welche Instrumente wohl im laufenden Geschäftsjahr funktionieren werden. Am meisten haben mir aber die unterschiedlichen Mentalitäten der Menschen in den U.S.A. und Deutschland gefallen. Der damit zusammenhängende Enthusiasmus rund um Musik und Musikinstrumente hat mir immer viel Freude bereitet.

Mein Tipp: Besuchen sie beide Messen und begeben sie sich in den angenehmen Trubel, um die neusten Musikinstrumente des Jahres!

Mit musikalischen Grüßen

Jürgen Grimm